Die Verteidiger der Krone (deutsche Übersetzung des Titels) eroberten 1985 trotz dürftigem Inhalt dank der auf dem Commodore Amiga umwerfend guten Optik die Herzen so mancher Computerspiele.
In Defender of the Crown steuert der Spieler einen von vier Fürsten, die im königslosen England des späten Mittelalters das Land zu einigen suchen – indem die Konkurrenz unterworfen wird. Also müssen Armeen aufgestelllt werden, in Turnierkämpfen der eigene Ruhm vergrößert und – das gibt es auch – die eigene Burg gegen Angreifer verteidigt werden.
In der Praxis bedeutete dies, mit der Maus beim Lanzenstechen die eigene Lanze im Galopp richtig auszurichten, im Raubüberfall auf eine andere Burg das Schwert zu führen, oder mit ein paar Klicks über die richtige Strategie beim Angriff zu entscheiden. Viel mehr war eigentlich nicht zu erledigen.
Trotzdem setzte Entwickler Cinemaware mit seinem Erstlingsspiel im grafischen Bereich Maßstäbe – getreu dem eigenen Firmenname. Defender of the Crown, das war gefühlt mehr Film denn Computerspiel. Das Spiel nutzte die Grafikpower des Amiga, die Lanzenstechen-Szene ist grandios umgesetzt. Später folgten noch Umsetzungen für Atari ST und PC.
Besitzer eines Apple-Smartphones oder -Tablets können übrigens Defender of the Crown für wenig Geld auf ihren Geräten erneut spielen, auf der Grundlage eines integrierten Amiga-Simulators. Liebhaber von DotC sollten allerdings berücksichtigen, dass der Mauszeiger auf dem iPhone oder iPad mit dem Finger gesteuert wird, was nicht immer so gut klappt. Zudem ist das Spiel mit einem blechernen Klangteppich unterlegt, der auf Dauer nervt. Das Filmgefühl stellt aber auch hier ein. Miguel Castro
